Das Buch Schattengrau ist als eBook und als Print-Ausgabe erhältlich!

Der Roman Schattengrau ist auf den üblichen eBook Plattformen (für die eReader Kindle, tolino und kobo) veröffentlicht. Die Print-Ausgabe ist nur bei Amazon erhältlich.

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Titelbild Buch Schattengrau

Kapitel 1 Die Flucht

Ich möchte auch weiß sein!

Die weiße Blüte verschwand im Schnee, war praktisch nicht wahrnehmbar.

Eine unsichtbare Blüte, wie nutzlos! Ich möchte auch weiß sein!

Myria kniete sich in den Schnee - sie musste es unbedingt wissen - und roch an der Blume. Ängstlich zog sie die Luft durch die Nase und triumphierte: Ein feiner Duft überdeckte das Nass des Schnees, die Erdigkeit des feuchten Bodens. Für die nachlässigen Augen unsichtbar, behauptete sich die Blüte doch, fand ihren Weg, existierte in einer feindlichen kalten Umwelt.

Sie stand auf, packte die Äste, die sie abgelegt hatte, und ging zurück zur Hütte. Sie benötigte nicht viel Holz, ihr Feuer war klein, rauchlos, erzeugte nur minimale Wärme.

Myria schreckte von ihrem Platz an der Glut auf, als sie Hufgetrappel hörte. Sofort überwältigte sie panische Angst. Sie packte den wärmenden Umhang und hetzte aus der Holzfällerhütte. Ohne auf Büsche und Äste zu achten, floh sie in den Schutz der dunklen Nadelbäume. Auf dem schneefreien Boden hinterließ sie keine verräterischen Spuren. Hinter einem besonders mächtigen Baumstamm fand sie Deckung und sah gespannt in Richtung der Hütte. Alles drängte sie, zu rennen, sich zu verstecken; nur das letzte Quäntchen Logik gebot ihr zu warten und einen Blick auf den Reiter zu werfen.

Jetzt sah sie den Wolkner, sah den dick vermummten Menschen auf ihm. Sie erkannte sowohl das Tier, wie sie auch eine weibliche Gestalt auf seinem Rücken zu erkennen glaubte. Myrias Hoffnung wuchs, trotzdem blieb sie vorsichtshalber unsichtbar und wartete. Nun stieg der Mensch von seinem Reittier und nahm ein Bündel von dessen Rücken. Er zog das Tuch vom Kopf und öffnete den Umhang.

Myria sah dunkelblondes Haar, modisch nach oben gesteckt, und ein freundliches breites Gesicht. Erleichterung durchströmte sie. Dort stand ihre Schwester, genauer Halbschwester, jedoch der einzige Mensch in dieser Welt, dem sie vertraute. Sie eilte ihr entgegen.

Dorne nahm sie wortlos in die Arme und drückte sie heftig, gemeinsam betraten sie die Hütte.

„Es kamen schon wieder Krieger ins Dorf, die dich suchen“, erklärte sie unverblümt. Myria begann zu zittern, woraufhin ihre Schwester sie erneut umarmte. „Sie haben eine Liste mit wichtigen Leuten, derer sie unbedingt habhaft werden wollen. Als Tochter von Borthrin stehst du ziemlich weit oben.“

„Bin ich hier noch sicher?“

„Im Moment ja. Nur, mein Mann, der Schlappschwanz, biedert sich den neuen Machthabern immer mehr an. Er möchte nicht, dass ich dir helfe. Wir müssen den Tatsachen ins Auge sehen, Nördin ist zu unsicher für dich!“

„Aber es gibt doch genügend, die ihn unterstützt haben!“

„Sie drehen ihre Fahne in Richtung der Sieger. Selbst Warmwind, einst sein treuester Verbündeter, will keine Flüchtlinge mehr beherbergen, die direkt mit Borthrin zu tun hatten.“

„Mir bleibt nur der Süden als Ausweg?“

„Ja, ich habe mich informiert. Alle Verfolgten verlassen über den Eiskreis Feuchtgau unser Land. Dullen, die Residenzstadt, besitzt einen kleinen Hafen, der sogar noch früher als Nördinstadt eisfrei ist. Alternativ gibt es einen Landweg. Die Flüchtlinge ziehen von Dullen aus ins Südtal und von dort in die Südlande. Ein Fluss führt durch das Tal und quer durch das westliche Seelenmoor und bildet danach die Grenze zwischen Dobler und dem Fürstenbund.“

„Aber das Südtal gehört zu dem Eiskreis Windtal, die hassen alle, die mit Borthrin zusammenhängen.“

„Das ist richtig, aber sie werden selbst verfolgt. Daher gewähren sie Flüchtlingen freien Durchzug, sie dürfen dich nur nicht erkennen, du musst dich verkleiden.“

Myria versuchte sich zusammenzureißen, aber es gelang ihr nicht völlig. Tränen stiegen in ihre Augen. „Wie komme ich in den Eiskreis Feuchtgau und nach Dullen?“, fragte sie schluchzend.

„Ich habe alles organisiert“, antwortete Dorne mit ebenfalls tränenfeuchten Augen. „Ich reite mit dir, bis wir über dem Fluss Nörd sind. Weiter darf ich nicht, sonst gibt mir mein Mann keinen Knecht mit. Dieser begleitet dich bis nach Dullen. Dort musst du selbst zurechtkommen. Ich kenne niemanden in der Stadt, der dir helfen kann.“

Weitere Leseprobe

Schattengrau: Das aktuelle Projekt von Michael Jäger. Genre: Der Roman ist schwierig einzuordnen. All Age Fantasy oder Urban Fantasy aber auch Science Fiction ist eine mögliche Beschreibung.

Titelbild Buch Schattengrau

Die Asylanten Band 1

Schattengrau